Die letzten Juden in Buchenau

Im Juni 2003 begleitete ich das Ehepaar Yehuda und Shlomit Eisenberg aus Israel auf ihrer Spurensuche in Buchenau und auf dem jüdischen Friedhof in Burghaun. Frau Eisenbergs Mutter, Else Liebrecht geb. Rosenstock, lebte als Kind mit ihren Geschwistern und den Eltern Nathan und Henriette Rosenstock in Buchenau. Nathan war der älteste von 12 Geschwistern einer alten Buchenauer Familie. Er starb 1932, seine Frau Henriette 1935. Einige seiner jüngeren Brüder und Schwestern, die bis zum 31. Dezember 1938 eine Gaststätte mit Metzgerei führten, waren die letzten Juden in Buchenau. Shlomit Eisenberg wollte gern einmal den Wohnort ihrer Vorfahren besichtigen und insbesondere den Spuren eines Neffen nachgehen, von dem sie bisher nur Bruchstücke von ihrer Familie erfahren hatte. - Ergänzend zu meinen Recherchen konnten zwei alte Buchenauerinnen aus ihrer Erinnerung einiges zur Geschichte der Rosenstocks und dem verlorenen Neffen beitragen, sodass der Besuch für die Gäste sehr aufschlussreich war. 

 

Prof. Yehuda Eisenberg mit seiner Frau Shlomit am Grab ihrer Großmutter  Henriette Rosenstock auf dem jüdischen Friedhof in Burghaun

 

 

Quellen:

Folgende Quellen wurden für die Familiengeschichte Rosenstock verwendet:

  • Sammlung Sternberg-Siebert, in welcher Dokumente, Bilder, Zeitzeugenberichte, Briefe, usw. in Kopie oder Original vorliegen
  • Elisabeth Sternberg-Siebert: Jüdisches Leben im Hünfelder Land – Juden in Burghaun, Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2. Aufl. 2008
  • Forschung Horst Rosenstock (FHR) in: Genealogien jüdischer Familien in Nordhessen / Rosenstock aus Buchenau