Mackenzell


Mackenzell war stets eine kleine, aber bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine selbstständige Synagogengemeinde. Schon 1776 wurden in einer Abgabenliste unter Hünfeld zwei Juden namens Michael Schmuel und Manger Schmuel aus Mackenzell genannt. 1831 gab es im Ort sieben jüdische Haushalte mit 32 und 1854 sechs Haushalte mit 30 Personen. 1861 war die Zahl der Juden sogar auf 39 angestiegen. Auch 1875 wurden der Königlichen Regierung in Kassel "32 Seelen" gemeldet. Nach der Auflösung der jüdischen Gemeinde Mackenzell um 1879 blieben nur noch einige wenige Juden am Ort, 1899 zählte man nur noch vier Personen, die der Gemeinde Hünfeld zugeteilt wurden. Die Reste der einstigen Synagoge hat man im Jahr 1931 abgerissen. Eine eigene Schule hatten die Mackenzeller Juden nie. Die Kinder besuchten entweder die christliche Schule am Ort, zeitweise gingen sie auch nach Burghaun oder Hünfeld. Der Begräbnisplatz war zu allen Zeiten der Zentralfriedhof für die Juden des Hünfelder Landes in Burghaun.

Wie Paul Arnsberg beschreibt, hat die jüdische Gemeinde Mackenzell eine hoch angesehene Persönlichkeit hervorgebracht: Dr. Rudolf Plaut, geb. als Ruben Plaut am 31. Jan. 1843, Sohn von Heinemann und Sara Plaut in Mackenzell. Rudolf Plaut promovierte 1867 in Leipzig zum Dr. der Philologie und war dann als Rabbiner tätig, zuletzt von 1883 bis 1903 in der liberalen Gemeinde in Frankfurt am Main. Dort starb er, zuletzt erblindet, am 3. Dezember 1914. 1)

Rabbiner Dr. Rudolph Plaut
Rabbiner Dr. Rudolph Plaut

 

Anmerkung:

1) Foto: Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen Bd. 3, 1973, S. 99)

Rabbiner Dr. Rudolf Plaut, gebürtig aus Mackenzell 1)