Steinbach


Schon im 16. Jahrhundert gab es in Steinbach jüdische Bewohner. In alten Abrechnungen aus dem Jahr 1574 ist bereits von dem Juden "Fybus zu Steinbach" und dem "anderen Juden ebenda" die Rede. In Abgabenlisten aus dem Jahr 1775 werden vier Haushaltungsvorstän-de genannt.

1832 bestand in Steinbach schließlich eine eigenständige jüdische Gemeinde mit 71 Personen in 15 Haushalten, die auch eine eigene Synagoge hatte. Der höchste Stand wurde im Jahr 1842 mit 79 Juden erreicht. Trotzdem gab es zu dieser Zeit nur sieben Schulkinder, von denen es heißt: "Die Kinder besuchen die christliche Schule des Ortes und ist allda weiter keine Schulanstalt."

Am Ende des Jahres 1852 hatten die 44 Steinbacher Juden folgende Familiennamen: Stuokert (Stuckhardt), Kaufmann, Stern, Braunschweiger, Levi, Rothschild, Goldschmidt und Dessauer. Nach einer Erhebung im Jahr 1861 war die Zahl der jüdischen Bewohner schließlich auf 41 zurückgegangen. Die kleine Gemeinde konnte etwa diese Zahl noch zwei bis drei Jahrzehnte halten und sogar zeitweilig eine eigene Schule betreiben. So heißt es in der Steinbacher Schulchronik:

"In Steinbach wohnt eine größere Anzahl jüdischer Familien. Sie besitzen im Haus Nr. 62 eine eigene Synagoge. Das Haus wurde vor einigen Jahren von seinem Besitzer Donatus Möller abgerissen und dort ein Neubau errichtet. Die jüdischen Kinder gingen in ihre eigene Schule. Ab 1872 mussten laut Mitteilung des Synagogenältesten Braunschweiger die jüdischen Knaben am Turn- und die Mädchen am Handarbeitsunterricht der christlichen Schule teilnehmen. Nach 1880 zogen die jüdischen Familien aus Steinbach fort. Die letzte jüdische Familie, Moses Goldschmidt, verließ 1892 Steinbach und zog nach Burghaun."

Der Begräbnisplatz für die Steinbacher Juden war zu allen Zeiten der jüdische Zentralfriedhof in Burghaun. Als Letzte wurde 1888 dort die Steinbacher Jüdin "Gitelche Goldschmidt" begraben.

Vier Haushaltsvorstände zahlten 1775 Juden-Schutzgeld
Vier Haushaltsvorstände zahlten 1775 Juden-Schutzgeld